Heilpraktiker für Physiotherapie

Wenn ein Patient nach einem Arztbesuch mit einer Verordnung über krankengymnastische Behandlungen in die Praxis kommt, bin ich als Physiotherapeut weisungsgebunden und darf nur nach ärztlicher Diagnosestellung und Anweisung therapieren. Dabei wird dem Therapeuten und entsprechend auch dem Patienten die Therapieform, Frequenz pro Woche und Gesamtverordnungsmenge vorgeschrieben.

Aus meiner langjährigen Erfahrung als Physiotherapeut weiß ich aber, dass es unter Umständen sinnvoll sein kann, die Therapieform zu ergänzen oder zu ändern, was die ärztliche Verordnung jedoch normalerweise nicht zulässt.

Mit der Fähigkeit und Erlaubnis zur Ausübung der Tätigkeit als Heilpraktiker für Physiotherapie darf der Therapeut eigenverantwortlich diagnostizieren und notwendige Behandlungen durchführen (bezogen auf den physiotherapeutischen Bereich). Abhängig vom vorhandenen Wissen kann er so selbst entscheiden, welche Therapie für die Beschwerden des Patienten am sinnvollsten sind und diese entsprechend kombinieren und einsetzen.

Neben der eigenverantwortlichen Wahl der Therapie durch den Therapeuten hat dies für den Patienten den Vorteil, dass er nicht erst zum Hausarzt muss, der ihn weiter an einen entsprechenden Facharzt überweist. Der Weg führt direkt zum Therapeuten, ohne ärztliche Verordnung.

Eine Anschauung des Patienten und die entsprechende Anamnese durch den Heilpraktiker für Physiotherapie schließt aber nicht aus, dass ein Arztbesuch doch notwendig sein kann, um eventuell eine Diagnose zu bestätigen oder andere Befunde abzuklären.